Jubiläumsfest Haus Erna & Korps Wien

Stabiles Wohnen und Hilfe für armutsbetroffene Menschen. Haus Erna und Korps Wien blickten am 11. September 2020, dem Tag der Wohnungslosen, auf 10 Jahre soziales und geistliches Wirken zurück. Unter den Gratulanten reihten sich u.a. Bezirksvorsteher-Stellvertreterin für den 21. Bezirk Ilse Fitzbauer, Direktorin der Diakonie Österreich Dr. Maria Katharina Moser sowie die Territorialleiter der Heilsarmee Schweiz, Österreich und Ungarn Henrik und Lisbeth Andersen. 

Ein Haus zum Leben 

Vor 10 Jahren öffnete das Sozial Betreute Wohnhaus der Heilsarmee Österreich in der Großfeldsiedlung im 21. Wiener Gemeindebezirk 60 obdachlosen Menschen seine Türen. Im Haus Erna fanden sie nicht nur einen Ort zum Wohnen, sondern ein Zuhause. Einige Erstbezüge sind bis heute geblieben, zwei Drittel der Bewohner bleiben im Schnitt fünf bis zehn Jahre im Haus. "Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen in den letzten Jahren wieder leben lernten und sich stabilisieren konnten", so Hausleiter des Sozial Betreuten Wohnen DSP Andreas Schmaranzer. 

Getreu dem Leitsatz des Psychiaters Viktor Frankl "Erst wer wieder einen Sinn im Leben findet, wird einerseits glücklich und andererseits leidensfähig" finden die Bewohner im Haus Erna nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch sinnvolle Tagesstruktur und Angebote zur Beschäftigung. Es werden Kreativkurse und Bewegungsprogramme angeboten sowie die Möglichkeit, in der jüngst eröffneten Fahrradwerkstatt FahrradFreundeFloridsdorf beim Reparieren von Rädern mitzuhelfen. Darüber hinaus gibt es rund um das Haus ein Hochbeet mit verschiedenen Pflanzen, die die Bewohner pflegen und umsorgen können. Heilsarmee Österreich Geschäftsführer Gerhard Wyss lobt die Entwicklung des Hauses: "Es ist nicht nur ein Ort, wo man in einer liebevollen Atmosphäre versorgt wird. Haus Erna hat sich auch zu einer «Art Werkstatt des Lebens» entwickelt, wo Menschen an ihren Zielen und Perspektiven arbeiten können und dürfen." 

Unter einem Dach – Korps Wien

Haus Erna ist nicht nur ein Zuhause für obdachlose Menschen. Es ist auch ein Ort des Miteinanders und der Gemeinschaft, dank der wertvollen kirchlichen Arbeit des Korps Wien. Rita Leber, Korpsleiterin schätzt den Standort und die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Team vom Sozial Betreuten Wohnen: "Viele Menschen aus der Umgebung haben bei uns neue Perspektiven für das Leben und den Glauben erhalten. Das ist immer wieder schön mitzuerleben." 

Das Korps Wien hält regelmäßig Gottesdienste ab, lädt zum Frauenfrühstück, Mittagstisch und zu Kindernachmittagen ein und ergänzt diese Angebote um einen sozialdiakonischen Tag. Rita Leber: "Unser Auftrag geht nach außen. Wir wollen Menschen aus der Großfeldsiedlung erreichen. Das ist uns mit unseren Angeboten bisher auch sehr gut gelungen. Ich freue mich auf die nächsten 10 Jahre."