10 Jahre Mobile Wohnbegleitung

Wohnungslosenhilfe für die Zeit danach

 

Vor über 10 Jahren machte die Heilsarmee auf das Problem der «Rückkehr» ehemals obdachloser Menschen aufmerksam und entwickelte eine Wohnungslosenhilfe für die Zeit danach – die «Mobile Wohnbegleitung», kurz MOWO. Was als Pilotprojekt begann, wurde bald darauf als Erfolgsmodell gefeiert. Heute dient das Konzept der Weiterentwicklung von Hilfsangeboten für ehemals obdachlose Menschen, die wieder eine eigene Wohnung haben oder erhalten sollen.

 

Bevor es die Mobile Wohnbegleitung der Heilsarmee gab, endete die Betreuung ehemals obdachloser Menschen durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit dem Einzug in die eigene Wohnung. Viele konnten die Herausforderungen jedoch nicht ausreichend meistern und verloren wieder ihr Heim. „Wir hatten es mit einer zu hohen Zahl an Rückkehrerinnen und Rückkehrern in unsere Einrichtungen zu tun», erinnert sich Ulrike Knecht, MOWO Bereichsleiterin bei der Heilsarmee Österreich. Das wollte die Heilsarmee ändern, hat in enger Kooperation mit der Stadt Wien das Konzept der Mobilen Wohnbegleitung entwickelt und im November 2011 mit einer 2-jährigen Pilotphase ganz klein begonnen dieses umzusetzen. Heute wird MOWO 10 Jahre alt, das Heilsarmee-Team ist gewachsen und auch andere Träger bieten inzwischen eine solche Leistung an.

 

Wohnungslose Menschen sind armutsbetroffene Menschen

«Wohnungslose Menschen sind armutsbetroffene Menschen. Auch wenn sie in eine Wohnung gezogen sind, bleiben diese Menschen armutsbetroffen. Über kurz oder lang gibt es somit immer eine Rechnung, die nicht bezahlt werden kann», weiß Knecht. In Österreich sind laut Statistik Austria 1,2 Millionen Menschen von Armut betroffen oder armutsgefährdet.

 

Krisen abfedern, Krisen bewältigen

Umzug bedeutet Krise und es gibt viele Herausforderungen, für jeden Menschen. Es muss vieles organsiert, die leere Wohnung eingerichtet werden und man muss sich einen Überblick über die neuen Wohnkosten verschaffen. «Wer jedoch armutsbetroffen ist, über wenig Ressourcen verfügt und keinerlei Möbel hat, womöglich auch die erste Wohnung nach langer Zeit der Obdachlosigkeit bezieht, für den ist es eine noch größere Herausforderung, diese Krise zu bewältigen. Ohne professionelle Hilfe schaffen es viele nicht, ihre Wohnung zu halten und sie fallen zurück in die Obdach- und Wohnungslosigkeit», weiß Knecht. Ein trauriger Umstand für die Betroffenen, für Hilfsorganisationen wie die Heilsarmee, aber auch für die Gesellschaft.

Mithilfe der Mobilen Wohnbegleitung werden Herausforderungen abgefedert und abgewendet. Die Mobile Wohnbegleitung hilft und berät beim Anmieten der Wohnung, beim Umzug und bei der kostengünstigen Einrichtung. Sie ist Ansprechpartnerin in Krisensituationen, versucht bei Überforderungen zu entlasten und unterstützt Menschen in allen Belangen der materiellen Sicherung.

Ab 2022 wird das MOWO-Angebot ausgebaut und heißt «Mobil Betreutes Wohnen» (mobeWO).

Die Heilsarmee Österreich ist eine wichtige Trägerorganisation in der Wiener Wohnungslosenhilfe und wird vom Fonds Soziales Wien gefördert.

Fotocredits: © Heilsarmee Österreich/Manfred Weis